Wider die ORF-Karte - Zahlen müssen alle. Empfangen dürfen nur manche.

Wider die ORF-Karte - Zahlen müssen alle. Empfangen dürfen nur manche.

Von G. John, Vereinsmitglied

Sie tarnt sich als technologische Notwendigkeit oder als rein administrative Routine. Sie spielt sich dort ab, wo sie offiziell gar nicht stattfinden dürfte, und sie hat eine beunruhigende Eigenschaft: Sie kommt nicht mehr als Ausnahme, sondern etabliert sich als bleibender Dauerzustand.

Raue See: Warum Amerikas Krise unseren Alltag erreicht

Von G. John, Vereinsmitglied

Die Weltpolitik hat sich verändert: Sie ist von den fernen diplomatischen Kanälen direkt in unseren Alltag übergegangen – sichtbar in den Preisen, den Energieabrechnungen und dem permanenten ökonomischen Druck, der uns alle belastet. Im Zentrum dieser gefährlichen Verschiebung steht Donald Trump, dessen Agieren die Grundlagen unserer Demokratie erschüttert. Was sich in den U.S.A. bei den Grundfeilern der Demokratie abspielt, verschiebt letztlich die Statik dessen, worauf wir uns auch in Europa verlassen.

Besonders deutlich wird das an der Meinungsfreiheit, die im aktuellen politischen Klima der U.S.A. spürbar umgedeutet wird. Sie dient dort nicht mehr dem offenen, sachlichen Austausch oder dem Ringen um die beste Lösung für die Gesellschaft. Stattdessen wird Sprache gezielt eingesetzt, um Grenzen zu ziehen, Kritiker pauschal mundtot zu machen und Misstrauen in die freie Berichterstattung zu säen. Dieser Prozess, in dem eine freie Presse systematisch als „Volksfeind“ oder „Lügenpresse“ („Fake-News“) diffamiert wird, weckt fatale Parallelen zu den Methoden des Nationalsozialismus. Auch damals begann der Umbau des Staates nicht direkt mit physischer Gewalt, sondern mit der planmäßigen Zersetzung des öffentlichen Raums, der Gleichschaltung der Medien und der sprachlichen Ausgrenzung Andersdenkender. Wenn der öffentliche Diskurs nur noch aus unversöhnlichen Parolen besteht, verliert das gesprochene Wort seine verbindende Kraft.

Dietrich Bonhoeffer und die Frauen, Teil 1

Die Wurzeln des Mut-Machens – Wie Herkunft und Liebe den Charakter prägen

Von G. John, Vereinsmitglied

Wenn wir heute an Dietrich Bonhoeffer denken, haben wir meistens den mutigen Theologen vor Augen. Den Mann, der dem Unrecht die Stirn bot und am Ende sein Leben verlor. Doch woher hatte er dieses Unerschütterliche? Solch ein Charakter fällt nicht einfach vom Himmel, und er entsteht auch nicht durch das bloße Lesen von dicken Büchern. Die Wahrheit ist: Die Grundlagen für Bonhoeffers späteren Mut wurden weit vor seiner Zeit im Widerstand gelegt – und zwar ganz entscheidend durch die Frauen, die ihn erzogen, prägten und bis in die dunkle Gefängniszelle hinein begleiteten.

Gedicht „Wo stehe ich?“ - über Dietrich Bonhoeffer und die Gegenwart

„Wo stehe ich?“
von G. John, Vereinsmitglied

Er schrieb im Schatten der üblen Macht,
von Gnade, die nicht billig das Leben verschleiert,
von Verantwortung, die den Menschen erneuert,
und hielt am Gewissen fest in finsterer Nacht.

Er sah die Kirche im bequemen Sein,
wenn Worte sich beugen im Streit,
wenn Wahrheit verstummt mit der Zeit,
und Glaube sich verliert im frommen Schein.

Er wusste: das Gute entsteht nicht allein,
im Reden von Gott in geschütztem Raum,
sondern dort, wo der Mensch in gebroch`nem Traum
die Last des Anderen trägt in seinem Sein.

Er ging den Weg, der ins Offene zwingt,
wo Denken gefährlich wird - und konkret,
wo Nachfolge nicht nur im Innern besteht,
sondern Handlung, die in die Geschichte dringt.

Wir sehen die Welt in beschleunigter Zeit,
in Kriegen, die Grenzen und Leben verschieben,
in Stimmen, die sich in Algorithmen schreiben,
im Streit um Wahrheit und Deutung und Leid.

Wir leben verbunden - und dennoch allein,
in Netzen, die Nähe und Distanz neu entwerfen,
in Märkten, die Wünsche und Angst neu schärfen,
im Ringen um Sinn im globalen Sein.

Und mitten im Lärm unsrer brüchigen Zeit,
im Schatten von Macht, von Angst und von Leid,
steht Bonhoeffers Frage noch immer bereit:

Nicht „Wer bin -“ sondern „Wo stehe ich?“

Die Freiheit, ein Gebot zu übertreten - zum Zitat des Monats Juli 2026

Von G. John, Vereinsmitglied.

Wenn wir heute durch unseren Alltag gehen, sind wir von einer Flut von Regeln, Vorschriften und Paragraphen umgeben. Alles ist bis ins kleinste Detail durchorganisiert. Das gibt auf der einen Seite Sicherheit, verleitet auf der anderen Seite aber zu einer gefährlichen Bequemlichkeit: Man schaltet das eigene Denken ab und folgt blind dem Buchstaben des Gesetzes. Aber ist das wirklich die Freiheit, zu der wir gerufen sind?

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