Offener Brief gegen die Anschaffung bewaffneter Drohnen für Auslandseinsätze der deutschen Bundeswehr

Dietrich-Bonhoeffer-Verein zur Förderung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft e.V.

Dietrich-Bonhoeffer-Verein e.V.
Büro * Heubergstraße 10 * 70188 Stuttgart

Stuttgart, 28.11.2020

Offener Brief der Arbeitsgruppe „Frieden wagen“ des dbv mit Zustimmung des Vorstands

Wir, Mitglieder des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins, verfolgen mit großer Sorge die Bemühungen der Bundesregierung, bewaffnete Drohnen für den Einsatz der Bundeswehr im Ausland anzuschaffen.

Bewaffnete Drohnen sind Angriffswaffen. Würde die Bundeswehr mit derartigen Waffensystemen ausgestattet, würde sich der Charakter ihrer möglichen Einsätze im Ausland verändern. Bislang galt, ihre Aufträge sollen dem Frieden dienen. Auch unter den demokratischen Parteien des Bundestages bestand in dieser Hinsicht bislang Konsens. Es scheint, dass diese mehrheitliche Auffassung zu wanken beginnt. Die SPD sperrte sich bisher dagegen, erklärte sich aber jüngst bereit, unter „bestimmten Bedingungen“ eine mögliche Zustimmung zu prüfen. Wir erinnern daran, dass es eine Lehre aus der deutschen Militärgeschichte war, den politischen Grundsatz zu beherzigen, deutsches Militär im Ausland dürfe nur dem Frieden dienen.

Es gibt keine sicherheitspolitische Rechtfertigung für die Anschaffung und damit die Fähigkeit zum Einsatz bewaffneter Drohnen! Mit konventionellen oder atomaren Sprengsätzen bestückte Drohnen sind keine Waffen zur Verteidigung der Bundeswehr, sondern typische Angriffswaffen, die zu ächten sind. Vom Schreibtisch im sicheren Hinterland aus PC-gesteuert – wie Computer-Spiele – kann nicht unterschieden werden zwischen Terroristen, feindlichen Angreifern und friedlichen Zivilisten. Erinnerungen an die bagatellisierten Kollateralschäden im Irak-Krieg werden wach. Kriegerische Computer-Spiele töten virtuell, computer-gesteuerte bewaffnete Drohnen töten real!

Wir fordern alle politisch Verantwortlichen auf, die Entscheidung zur Beschaffung bewaffneter Drohnen aufzugeben und sich international für eine Ächtung bewaffneter Drohnen und atomarer Waffen einzusetzen. Die im Februar 2021 anstehenden Verhandlungen über die Neuausrichtung des „New-START-Vertrags“ (der bisher bilaterale Rüstungskontrollvertrag zwischen Russland und den USA) und seine Erweiterung auf möglichst alle Atomwaffen besitzenden Staaten wäre dazu ein willkommener Anlass. Wir fordern die Kirchenleitungen der EKD und der Landeskirchen sowie die Deutsche Bischofskonferenz und Bischöfe der Diözesen auf, aus ethischen Gründen und aus unserer Verantwortung gegenüber Gott und den Menschen unser Anliegen tatkräftig zu unterstützen.

Dietrich-Bonhoeffer-Verein
Arbeitsgruppe „Frieden wagen“

gez. Herbert Pfeiffer – Schriftführer

Gruß von Obmann Uwe Träger zum 2. Lockdown

Hapax und ein herzliches Hallo!

Durch den zweiten kompletten Lockdown ist wieder einmal alles anders geworden. Für viele Menschen sind diese Zeiten mit Angst und Sorge verbunden. Angst um die Gesundheit, Sorge um die berufliche und finanzielle Zukunft. Doch lasst uns mit der Zuversicht leben und nach vorne schauen, dass Angst und Sorge abgelöst werden durch Zeiten der Freude. Freude, gesund geblieben zu sein; Freude über Neuanfänge, die im Leben oft nötig und sinnvoll sind; Freude, vertraute Menschen bald wiederzusehen.

Bonhoeffers Worte aus dem Monatsspruch für November 2020 möge uns Kraft geben, die gegenwärtige Zeit mit Gottvertrauen gut zu überstehen.          

Gott gibt Zeiten der Sorge und Angst und Gott gibt Zeiten der Freude."
Illegale Theologenausbildung: Sammelvikariate 1937-1940, DBW 15, S. 374

Mehr Respekt, Herr Bundeskanzler Kurz!

Dagmar Gangl, Vereinsmitglied

Ich bin Mitglied der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und engagiert im Ehrenamt.
Sie verkündeten unlängst, dass Sie sich mit den Vertretern der Kirchen in Österreich darüber abgesprochen haben, wie diese mit dem aktuellen Lockdown umgehen sollen. Der evangelische Bischof Chalupka wusste allerdings diesbezüglich nichts von einer Kontaktnahme Ihrerseits.
Ich respektiere Sie und die Bundesregierung bezüglich der Covid 19 – Maßnahmen. Bitte respektieren auch Sie in Zukunft alle evangelischen Kirchen Österreichs und übergehen diese nicht mehr!

Statement zum Novemberrundbrief 2020 "Musik" unseres Obmanns Uwe Träger

Markus Böck, Organist der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wiedweg - Bad Kleinkirchheim in Kärnten

Bonhoeffers Sicht über Bach bzw. Beethoven:

  • Glauben, ganz auf das Wort der göttlichen Offenbarung gerichtet (Sieht gänzlich von der Person ab!!)
    Auf die Musik übertragen heißt das:
    Musik, in der Gott selbst der Musizierende ist (Nicht W.A. Mozart zählt Bonhoeffer dazu, sondern J. S. Bach, da Bach in jedem seiner Werke Gott lobpries!)
  • Religion sei eine Aktivität des Menschen, sie ist nicht davor gefeit, der menschlichen Selbstdarstellung zu dienen.
    Musik, in der unser menschliches Leiden, unsere Leidenschaften die Musizierenden sind. Hierhin stellt Bonhoeffer Ludwig van Beethovens Musik.

Meine Thesen und Überlegungen dazu würden in diesem Rahmen zu weit führen, aber so viel in Kürze:
Aller großen Musiker schufen schier Göttliches. Ich meine, man kann in vielen ihrer Werke die führende, göttliche Hand sehen/hören.
Doch sowohl Bach als auch Beethoven komponierten neben Werken, die Christus verherrlichen, auch humorvolle, heitere Stücke. Humor selbst ist ja eine göttliche Gabe!
Noch ein Wort zu Beethoven: Wer, wenn nicht Jesus Christus, soll ihm, der zu diesem Zeitpunkt schon völlig taub war, die Hand geführt haben zu der herrlichen NEUNTEN SYMPHONIE mit dem wunderschönen Schlusschor „Freude schöner Götterfunken…“ - Nicht ohne Grund ist dieser Chor zu unserer EUROPAHYMNE geworden!!!