„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ - Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer, Bischof i.R. Dr. Michael Bünker

Michael Bünker hielt am 20. Jänner 2026 einen Vortrag in der Reihe „im Blick“ in der Pfarre St. Hemma in Wien.
Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir hier den Text zu seinem Vortrag.

Begrüßung und Einleitung

Ich beginne mit einem Blick auf die Westminster Abbey in London, gebe dann einen kurzen Überblick über das Leben von Dietrich Bonhoeffer und gehe im Weiteren auf einige inhaltliche Themen seiner Theologie ein, um am Ende mit der Frage, ob Dietrich Bonhoeffer ein evangelischer Heiliger ist, wieder zur Westminster Abbey zurückzukehren.

Die Angst - sie geht um...

von G. John, Vereinsmitglied

Wer nichts tut, tut etwas – der unterstützt die Täter.

Wer nichts wählt, wählt etwas – die Diktatur über sich und andere.

Wer nicht den Mund aufmacht wider Unrecht, macht sich selbst mundtot.

Wer nicht für sich und andere aufsteht, befördert seinen eigenen Untergang.

Frieden - Bonhoeffers schwieriger Weg. Dr. Detlef Bald

Die großen Worte von Dietrich Bonhoeffer zum Frieden klingen wie helle Erinnerungen, gut und mahnend, leuchtend und klar, manche unerkannt, aber viele bekannt. Seit 1930 gibt es sie.

So, mit Konfirmanden das Gebot ansprechend, „Du sollst nicht töten“, folgte seine Frage: „Aber muss man nicht im Krieg das Leben zerstören?“ Bonhoeffer gab die christlich-pazifistische Antwort: „Eben darum weiß die Kirche nichts von der Heiligkeit des Krieges“; er bekräftigte noch: „Die Kirche, die das Vaterunser betet, ruft Gott nur um den Frieden an“.

Voller Sorge wies er, politisch aufgeschlossen, besonders seit 1931 auf die Gefahren des Nationalsozialismus mit seinem völkischen Expansionismus hin. Ein nationaler NS-Krieg aber gerate zum „Kampf ums Dasein“ einer „Blut und Boden“-Ideologie. Mit diesen Vorstellungen von „Frieden“ warnte er Theologie und Kirche vor der Nähe zum NS-Regime.

Die Weite der Friedensethik entstand angesichts des Schwarz-Weiß-Rassismus in den USA, den Bonhoeffer im Herbst 1930 kennen lernte und ihn entsetzte. Seine theologische Umkehr folgte dem biblisch-neutestamentlichen Frieden im eigentlichen Sinn dieser Botschaft: „Das biblische Gesetz, die Bergpredigt, ist die absolute Norm für unser Handeln.“ Sie sei „ernst zu nehmen und zu realisieren“ als Verpflichtung, gebunden an Wahrheit und Recht. Dafür sei der volle Einsatz, ein „Kampf“ erforderlich, ganz dem Friedensbegriff von M. Gandhi verwandt.

Allgemein verbindlich sei: „Darum muss der heutige Krieg, also der nächste Krieg, der Ächtung durch die Kirche verfallen.“ Die Kirche müsse Distanz gegenüber dem NS-Staat halten, sie müsse „dem Rad in die Speichen“ fallen. Dem entsprach dieses berühmte Leitmotiv seiner Friedensethik: „Pacem facere zur Überwindung des Krieges“. Solchen Pazifismus lehnte Kirche ab; sie meldete Bonhoeffer der Gestapo als „Pazifist und Staatsfeind“.

Die große Frage: „Wie wird Friede?“ suchte Bonhoeffer im August 1934 in Fanö weiter zu klären. Seine Botschaft fasste er genial einfach: Frieden als das „Gebot Gottes“. Für die Praxis spitzte er zu: „eine allseitige friedliche Aufrüstung zum Zweck der Sicherstellung des Friedens?“. „Wie wird Friede?“ Jeder Einzelne, auch alle Kirchen und besonders die weltweite Ökumene seien aufgerufen, „dass die Welt zähneknirschend das Wort vom Frieden vernehmen muss“. Denn in der Realität herrschte der Schwertglauben: „Die Welt starrt in Waffen und furchtbar schaut das Misstrauen aus allen Augen, die Kriegsfanfare kann morgen geblasen werden“; daher fragend: „Wollen wir selbst mitschuldig werden?“

Bonhoeffer entwarf eine einzigartige Ethik einer christlich-ökumenisch verantworteten Friedenskultur. Er vertraute einem Friedensbegriff, der universell, für die Menschheit global Geltung hatte, ohne jeden Nationalismus und Rassismus, überkonfessionell und kulturübergreifend.

Dietrich Bonhoeffers Friedensethik war grundlegend – sein Erbe ist, wie er 1943 im Gefängnis formulierte: „Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll“.

Nationalfeiertag, der Werbemissbrauch der österreichischen Bundeshymne und die Neutralität

Von G. John, Vereinsmitglied

Es ist beschämend, wie die Werbewirtschaft die österreichische Bundeshymne missbraucht hat.

Anlässlich des Nationalfeiertags brachten XXXLutz und OBI zwei Werbeversionen der Österreichhymne. Das ist keine Ehrung sondern ein ehrloser Missbrauch.
Es ist ein Zeichen dafür, wie wenig ihnen unser Land und wieviel ihnen die gewissenlose Raffgier bedeuten. Was kommt als nächstes? Die Staatsflagge mit Aufdruck „Österreich XXXL - Billig wie nie “ oder „Wir bauen Österreich - OBI“?