Wider das Vergessen

von Vereinsmitglied G.John

Ende April und Anfang Mai 2020 jährten bzw. jähren sich viele Ereignisse zum 75 Mal:

- die Ermordung Bonhoeffers und anderer,

- Befreiung der KZs,

- der Tod Hitlers und seiner Clique,

- das Kriegsende und

- der Beginn der Demokratisierung und des Friedens in Europa.

75 Jahre nach Kriegsende in Europa leben nur noch wenige Zeitzeugen.


Die waren damals kleine Kinder. Die erste Nachkriegsgeneration ist mittlerweile die der Groß- und Urgroßeltern.

Wider das Vergessen ist ein Aufruf, der bis heute gilt.

Natürlich hatten WIR damit nichts zu tun, das war die Generation unserer Eltern und Großeltern.

Natürlich sollte man den Mantel der Vergangenheit darüber ausbreiten. Doch VERGESSEN sollten wir nie!

Der deutsche Showmaster Hans Rosenthal antwortete auf die Frage, wie er nach all den Verbrechen der Deutschen an seiner Familie und seinem Volk in Deutschland Unterhaltung machen könne: „Man muss vergeben können.“ Schlichte und doch so große Worte von einem großen kleinen Mann.

Für die Millennium-Generation ist das Ganze so weit in der Vergangenheit wie die Grausamkeiten der Inquisition.
Heute leben wir mehr oder weniger friedlich miteinander zusammen und erfreuen uns unserer demokratischen Grundordnung.

Gerade aktuell zeigt sich unser gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Dass die Opposition nun wieder meckert, ist ein deutliches Zeichen, dass wir das Schlimmste wohl überstanden haben. ;-)

Meine Mutter, Jahrgang 1925, brachte mir bei: „Egal ob weiß, rot, gelb oder grünkariert, Arschlöcher gibt es überall.“ ;-)
Das klingt derb, aber so habe ich gelernt, alle Menschen zu akzeptieren, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Religion.
Das war auch einer meiner Beweggründe, warum ich dem HAPAX-Dietrich-Bonhoeffer-Verein in Österreich beigetreten bin. Ich glaube, mich und meine Liberalität aber auch meinen kritischen Geist hier gut wiederzufinden.

Wider das Vergessen helfen auch (Spiel-)Filme.

Es gibt Filme, die mich, je älter ich werde, immer mehr erschüttern.
Dazu gehört einer der wenigen Filme, bei dem es nicht erlaubt ist, ihn mit Werbung zu unterbrechen: Schindlers Liste. - Gerade jetzt wieder gesehen.
Es ist ein Rotz- und Wasser-Film, der mich an das Entsetzliche erinnert, das in den 12 Jahren des Nationalsozialismus in Europa geschah.
Es sind aber auch andere Filme, die uns die absurde Grausamkeit menschlichen Seins vor Augen führen, in Europa solche über die Nazi-Zeit wie die Serie „Holocaust“. Für Amerika besonders bedeutend ist die Serie „Roots“ nach den Büchern von Alex Haley, die den ganzen Wahnsinn der Sklaverei aber auch die Scheinheiligkeit Amerikas bis in die späten 1960er Jahre (und leider bis heute) aufzeigt.

„Wider das Vergessen“ ist auch eine Plattform, deren Unterstützung unser Bundespräsident Alexander van der Bellen 2019 übernommen hat https://www.facebook.com/widerdasvergessen/, ebenso wie 2019 die Schirmherrschaft über das künstlerische Projekt „Gegen das Vergessen“ in der Wiener Ringstraße.
Unter gleichem Namen wird alljährlich dem Todesmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen im April 1945 gedacht, heuer - Corona geschuldet - virtuell. (siehe auch "Wir empfehlen..." Gedenk-und-Befreiungsfeier-der-Gedenkstätte-Mauthausen)

 

Tun wir im Gedenken an Hans Rosenthal das:

Vergeben ja, doch vergessen nie!

…und noch besser ist das Verhindern, das "Dem Rad in die Speichen fallen"!

 

 

 

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