Schuld – ohne Sühne

von Vereinsmitglied G. John

Johannes 8.7: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“

Antisemitismus – ein Phänomen Nazi-Deutschlands?

NEIN! Die antisemitische Verfolgung ging sogar nach dem 2. Weltkrieg weiter.

…und besteht bis heute.

Die Rollen der Sowjetunion und Englands beim Antisemitismus:

Im russischen Reich wurden Juden bereits seit der Zarenzeit diskriminiert und verfolgt. 1919 wurden zigtausend Juden, Experten sprechen von über 60.000, von der Roten Armee ermordet. Es soll über 2.000 Pogrome gegeben haben.
Ironie ist, dass viele Juden bei der Begründung der Sowjetunion aktiv beteiligt waren, so der jüdische Leo Trotzki, der später im Auftrag Lenins ermordet wurde.
In der neu gegründeten Sowjetunion verfolgte das Stalin-Regime Juden im ganzen Land. Sie wurden bis Mitte der 1950er-Jahre kollektiv beschuldigt, Umsturzversuche zu planen, wurden verhaftet und ermordet. Bereits seit den 1930er-Jahren fiel die Mehrheit der jüdischen Publizisten in der Sowjetunion den stalinistischen Säuberungen zum Opfer. 
„Der Genozid sollte in drei Stufen erfolgen: Zuerst würden alle sowjetischen Juden in Lager östlich des Urals transportiert. Im zweiten Schritt würden die Behörden jüdische Führer gegeneinander aufhetzen. Außerdem würde das Ministerium für Staatssicherheit (MGB) damit beginnen, die Elite in den Lagern umzubringen. Die dritte und letzte Etappe würde darin bestehen, ‚den Rest loszuwerden‘.“, so der amerikanisch-israelische Journalist Louis Rapoport 1992. „Stalin befahl offenbar im Februar 1953, tausende Viehwaggons außerhalb der großen sowjetischen Städte zu konzentrieren, um diese massive ethnische Säuberung zu erleichtern.“

Das bedeutendste Ereignis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war für die Juden die sowjetische Besetzung Ostpolens 1939–1941, wodurch 2,17 Millionen Juden neu unter sowjetischen Einflussbereich gerieten. Bald wurden darauf jüdische Schulen geschlossen und viele Flüchtlinge aus dem westlichen Polen nach Sibirien deportiert.

Zwischen 1948 und 1952 kam es zur fast restlosen Vernichtung aller jüdischen Institutionen in der Sowjetunion. Anfang der 1960er-Jahre kam es im Rahmen der Religionsverfolgung unter Nikita Chruschtschow zu einer Massenschließung von Synagogen. 
Fünfzehn Mitglieder des Komitees des jüdischen Moskauer Theaters machte man 1952 einen geheimen und kurzen Prozess. Obwohl sich keiner schuldig bekannte und sogar der Richter zu zweifeln begann, wurden dreizehn Todesurteile vollstreckt. Eines der wichtigsten Projekte des Komitees war ein „Schwarzbuch“, das die Verbrechen an den Juden auflistete. In der Sowjetunion ist es nie erscheinen, weil es auch Stalin´s Verbrechen am jüdischen Volk aufzeigte.



In England galten die Juden bereits im Mittelalter als geächtet. Bestimmte Berufe durften Juden nicht ausüben, jüdische Ärzte wurden als Scharlatane und Ketzer verfolgt und umgebracht. Das hessische Haus Battenberg, aus dem der griechische Prinz und späterer Gemahl der englischen Königin Elisabeth II. Phillip stammte, der sich dann verenglischt Mountbatten statt Battenberg nannte, war bekennend antisemitisch. Der zurückgetretene King Edward und seine Frau Willis Simpson machten aus ihrer Sympathie für Hitler und ihrem Antisemitismus nie einen Hehl.

Die britische Regierung beschloss 1940, alle männlichen deutschen Emigranten als Enemy Aliens („feindliche Ausländer“) zu internieren. Ohne Unterschied wurden auch während des 2. Weltkrieges nach England geflüchtete deutsche Juden, wie Gerhard Leibholz, Ehemann von Dietrich Bonhoeffers Zwillingsschwester Sabine, sowie deutsche Nazi-Gegner interniert.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges war die jüdische Bevölkerung keinesfalls frei.

Ab 1946 wurden tausende überlebende Juden von den Engländern in Internierungslager in Deutschland, teils sogar in ehemalige KZ´s, wie Bergen-Belsen und bis November 1949 auf Zypern hinter Stacheldraht gesperrt, um eine „illegale“ Einreise in Palästina, das englisches Herrschaftsgebiet war, zu verhindern. Um jüdische Einreisen zu verhindern errichtete das Königreich unter King George, Vater Elisabeths, bereits im November 1945 eine Seeblockade mit Kriegsschiffen. 1947 wurde das umgetaufte Flüchtlingsschiff „Exodus“, das ursprünglich für 400 Passagiere gebaut wurde, mit über 5.000 jüdischen Emigranten weltweit 3 Monate umhergeschickt und durfte nirgends landen. Keine Nation dieser Welt wollte die jüdischen Flüchtlinge aufnehmen. Die englische Flotte rammte sogar dieses Schiff und nahm es unter Beschuss, wodurch mehrere hundert Menschen verletzt und vier getötet wurden.
Am 8. September 1947 erreichten sie schließlich den Hamburger Hafen. Dort wurden die Passagiere vor den Augen der internationalen Presse, sofern sie das Schiff nicht freiwillig verließen, von rund 300 britischen Besatzungs-Soldaten mit Gewalt von Deck gebracht. Sie wurden in Lastwagen und in Eisenbahnwaggons gedrängt und in die dafür umgebauten „Lager Pöppendorf“ und „Am Stau“ bei Lübeck gebracht, wo sie interniert wurden.
Erst Ende 1947, unter dem Druck der Weltöffentlichkeit, ließen die Engländer die jüdischen Internierten frei. Im Mai 1948 gaben die Engländer ihre Herrschaft über Palästina auf und übergaben das Land den jüdischen Emigranten. Der Staat Israel war geboren.

 

Quellen: deutschlandfunkkultur.de, wikipedia, Der Medicus