Andacht 2022-01-09 Waffen des Glaubens

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Obmann Uwe Träger

Begrüßung: Ich grüße euch sehr herzlich zur Hausandacht für Sonntag, den 9. Jänner 2022. Wir lesen diese im Namen des Gottes, der uns Kraft gibt, mit Waffen des Glaubens dem Bösen zu widerstehen und daher im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: „Ein feste Burg ist unser Gott“, Evangelisches Gesangbuch 362, die Strophen 1 - 3
Strophe 1: Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er‘s jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.
Strophe 2: Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit' für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.
Strophe 3: Und wenn die Welt voll Teufel wär, und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau‘r er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht': Ein Wörtlein kann ihn fällen.

 

Lesung: Epheser, Kapitel 6, die Verse 10 – 17 nach der Basis Bibel: Werdet stark durch eure Verbundenheit mit dem Herrn. Lasst euch stärken durch seine Kraft. Legt alle Waffen an, die Gott euch gibt. Dann könnt ihr dem Teufel und seiner Hinterlist widerstehen. Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut. Er richtet sich gegen die Mächte und Gewalten, die Weltenherrscher, die diese Finsternis regieren. Ja, er richtet sich gegen die bösen Geister, die im Reich der Lüfte herrschen. Deshalb sollt ihr zu allen Waffen greifen, die Gott euch gibt. Damit könnt ihr in den schlimmen Tagen Widerstand leisten. Und wenn ihr alles richtig zum Einsatz bringt, könnt ihr dem Angriff standhalten. Also haltet stand! Tragt die Wahrheit als Gürtel um eure Hüfte und zieht die Gerechtigkeit als Brustpanzer an. Und tragt an euren Füßen als Schuhe die Bereitschaft, die Gute Nachricht vom Frieden zu verkünden. Was auch kommen mag: Ergreift als euren Schild den Glauben! Mit ihm könnt ihr alle brennenden Pfeile abwehren, die der Böse gegen euch schießt. Nehmt als Helm eure Rettung in Empfang. Und lasst euch das Schwert geben, das der Heilige Geist euch schenkt: das Wort Gottes. Amen.

Gedanken zur Lesung: Diese Verse eines Briefes an die christliche Gemeinde in Ephesus (war eine Stadt in Kleinasien, heute Türkei) spiegeln eine nüchterne Realität wider, die nicht nur zu Beginn eines Jahres real ist, sondern wohl über das ganze Jahr real sein dürfte. Sie beschreiben die Gefährdung der Menschen in den christlichen Gemeinden damals und heute. Sie liegt nicht in „Fleisch und Blut“, also in Menschen, gegen die wir uns mit unserer körperlichen und geistigen Kraft behaupten könnten. Sie liegt vielmehr in Mächten und Gewalten, denen wir mit unseren menschlichen Mitteln nicht gewachsen sind. Es sind Kräfte, die das Potential haben, uns vom Glauben abzubringen, unser Vertrauen zu zerstören und uns von Gott zu trennen. Solche Kräfte lassen sich schnell benennen – der Geist der Gewalt, der jedes Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit zunichtemachen will; der Geist der Verwirrung, der Menschen blind, egoistisch und grausam werden lässt und der Geist des Misstrauens, der uns lähmt und kopflos macht. Wir begegnen solchen Kräften in der großen Politik, aber auch in unserem kleinen Miteinander. Daher stehen wir in der Gefahr, solchen Kräften zu erliegen. Es hilft dann nur, uns gut zu schützen. Der Verfasser der Worte unserer Lesung verwendet das zu seiner Zeit (80 bis 100 nach Christus) geläufige Bild von der Rüstung des Fußsoldaten, der sich an den verwundbaren Stellen des Körpers schützt. Panzer, Stiefel, Schild und Helm sind keine Waffen, mit denen man kämpfen kann. Aber sie helfen, fest und sicher zu stehen, Widerstand zu leisten, Pfeile des Bösen abzuwehren – mit Wahrheit der Lüge begegnen, mit Gerechtigkeit der Gewalt widerstehen, mit Glauben und Vertrauen dem Bösen entgegentreten. Die einzig wahre „Waffe“ für Christenmenschen ist das „Schwert“, also das Wort Gottes, das uns in der Bibel überliefert ist und dem wir zu vertrauen haben. Damit dürfen und sollen wir allen negativen Kräften und Bedrängern zu Leibe rücken. Gott schenke uns die Einsicht, dass wir mit unseren Aktivitäten das Böse in der Welt nicht ausrotten können! Er schenke uns aber die Kraft seines Heiligen Geistes, damit wir fest und sicher im Leben und im Glauben stehen und dem Bösen widerstehen können! Amen.

Lied: „O komm, du Geist der Wahrheit“, Evangelisches Gesangbuch 136, die Strophen 1 - 4
Strophe 1: O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.
Strophe 2: O du, den unser größter Regent uns zugesagt: komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit.
Strophe 3: Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je; darum musst du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du musst uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu und musst uns ganz befreien von aller Menschenscheu.
Strophe 4: Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium.

Fürbitten: Guter Gott! Mit dem Vertrauen, dass Du uns Kraft gibst, mit den Waffen des Glaubens bösen Mächten und Kräften zu widerstehen, bitten wir Dich für alle, die Angst vor dem neuen Jahr haben; für alle, die um ihre Existenz fürchten; für alle, die unter Hunger, Krieg und Gewalt leiden; für alle, die einen lieben Menschen verloren haben. Tröste sie mit hoffnungsvollen Menschen, die ihnen Mut zusprechen! Wir bitten Dich für Frieden in der Welt und in unseren Familien; für eine gute Zukunft der Kinder und Jugendlichen; für unsere Verantwortung für Deine Schöpfung; für alle, die wegen ihrer Religion und Hautfarbe benachteiligt oder verfolgt werden. Gib allen Menschen Kraft, Geduld und Weisheit, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Naturschutz einsetzen!  Wir bitten Dich für das Personal in Krankenhäusern, Ordinationen und Seniorenheimen, bei den Rettungen und Feuerwehren, bei der Polizei und beim Bundesheer; für alle, die in den christlichen Kirchen und politischen Gemeinden, Tourismusverbänden und Vereinen, Firmen und Schulen Verantwortung haben. Segne sie, dass ihre Worte und Taten mit Liebe zu den Menschen erfüllt sind! Amen.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: „Bewahre uns Gott“, Evangelisches Gesangbuch 171
Strophe 3:
Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen. Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen, sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

Segen: Ich wünsche Euch und Ihnen einen gesegneten Sonntag an der Hand dessen, der uns Kraft gibt, mit Waffen des Glaubens dem Bösen zu widerstehen. Es segne Euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Bleibt von Gott behütet!
Herzliche Grüße, Euer Obmann Uwe