Andacht 2021-11-14 Gottesfurcht

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Obmann Uwe Träger

Begrüßung: Ich grüße euch sehr herzlich zu dieser Hausandacht für den 14. November 2021. Wir lesen diese mit dem Vertrauen, dass wir Gott unsere Ängste anvertrauen können und daher im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Morgensegen von Dietrich Bonhoeffer: Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages. Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu Dir; ich kann es nicht allein. In mir ist es finster, aber bei Dir ist Licht; ich bin einsam, aber Du verläßt mich nicht; ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe; ich bin unruhig, aber bei Dir ist Friede; in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld; ich verstehe Deine Wege nicht, aber Du weißt den rechten Weg für mich. Vater im Himmel, Lob und Dank sei Dir für die Ruhe der Nacht; Lob und Dank sei Dir für den neuen Tag. Lob und Dank sei Dir für alle Deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben. Du hast mir viel Gutes erwiesen, laß mich nun auch das Schwere aus Deiner Hand hinnehmen. Du wirst mir nicht mehr auflegen, als ich tragen kann. Du läßt Deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.

Lesung: Lukas–Evangelium, Kapitel 12, die Verse 1 – 7 nach der Basis Bibel: Inzwischen hatten sich Tausende von Menschen versammelt. Es waren so viele, dass sie sich gegenseitig auf die Füße traten. Da begann Jesus zu sprechen, zuerst nur zu seinen Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt: vor ihrer Scheinheiligkeit! Es gibt nichts Verborgenes, das nicht sichtbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird. Deshalb wird alles, was ihr im Dunkeln sagt, am hellen Tag zu hören sein. Und was ihr euch hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, wird von den Dächern gerufen. Das sage ich euch, meine Freunde: Habt keine Angst vor denen, die nur den Körper töten können. Darüber hinaus können sie euch nichts anhaben. Ich will euch sagen, vor wem ihr wirklich Angst haben sollt: Habt Angst vor dem, der euch töten kann und die Macht hat, euch dann in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Vor dem sollt ihr Angst haben! Kann man nicht fünf Spatzen für zwei Kupfermünzen kaufen? Und doch übersieht Gott keinen einzigen von ihnen. Aber bei euch ist sogar jedes Haar auf dem Kopf gezählt! Habt keine Angst! Ihr seid mehr wert als ein ganzer Schwarm Spatzen.

Gedanken zur Lesung: Ängste gehören zu unserem Leben. Sie sind unterschiedlich und vielseitig. Es gibt globale Ängste, die mit Klimawandel und Pandemien verbunden sind. Es gibt auch persönliche Ängste, die uns immer wieder mal beschäftigen und bedrücken. Jesus nennt die Worte und Taten der Pharisäer Heuchelei. Dahinter sieht er die Angst, in einer Gemeinschaft nicht anerkannt und respektiert zu werden. Heuchelei verführt den Menschen, mehr zu scheinen als zu sein. Aus ihr kann Gewalt und Hass gegenüber denen entstehen, die solche Heuchelei aufdecken. Angst jeglicher Art ist aber ein schlechter Ratgeber. Sie trübt den Blick, verengt das Herz und lässt den Kopf sinken. In solchen Situationen heißt es dann immer in der Bibel: „Fürchtet euch nicht!“ Bald hören wir wieder den Engel der Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2, 10 (Basis Bibel): »Fürchtet euch nicht! Hört doch: Ich bringe euch eine gute Nachricht, die dem ganzen Volk große Freude bereiten wird. Denn heute ist in der Stadt Davids für euch der Retter geboren worden: Er ist Christus, der Herr.“ Das heißt nun nicht, dass die Ängste flugs verschwänden. Aber es wachsen Gegenkräfte, Ängste zu bewältigen und durchzustehen. Den Lebensängsten stellt Jesus die Gottesfurcht gegenüber. Er meint damit nicht das angstvolle Zittern vor Gott, sondern das heilsame Vertrauen zu ihm. Hinter diesem Zuspruch „Fürchtet euch nicht!“ steht Gott selbst mit seiner grenzenlosen Liebe zu uns Menschen, weil ihm unser Leben wichtig ist. Deshalb dürfen wir auch in allen Ängsten auf ihn vertrauen. Je mehr wir in dieser Vertrautheit mit Gott leben, desto leichter können wir mit unseren Ängsten umgehen. Wir erkennen zwar den Ernst der Lage, der Ängste auslösen können, aber wir wissen auch, dass im Vertrauen auf Gott nichts hoffnungslos ist. Das gibt uns einen klaren Blick, ein weites Herz und einen nach vorne schauenden Kopf. Die Fesseln der Angst werden gesprengt und neue Kräfte in uns freigesetzt, die nicht nur zum Handeln, sondern auch zum Bekennen ermutigen. Denn wer von seinen Ängsten befreit wurde, kann gar nicht anders, als davon zu erzählen, dass und wie Gottes Kraft in ihm gewirkt hat. Amen.                    

Lied: „Befiehl du deine Wege“, Evangelisches Gesangbuch 361, die Strophen 1+2, 7+8
Strophe 1: Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
Strophe 2: Dem Herren musst du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen: es muss erbeten sein.
Strophe 7: Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht! Lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.
Strophe 8: Ihn, ihn lass tun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, dass du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat.

Abendgebet von Dietrich Bonhoeffer: Herr mein Gott, ich danke dir, daß du diesen Tag zu Ende gebracht hast. Ich danke dir, daß du Leib und Seele zur Ruhe kommen läßt. Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt. Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages und hilf, daß ich gern denen vergebe, die mir Unrecht getan haben. Laß mich in Frieden unter deinem Schutze schlafen und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis. Ich befehle dir die Meinen, ich befehle dir dieses Haus, ich befehle dir meinen Leib und meine Seele. Gott, dein heiliger Name sei gelobt. Amen.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen: Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag an der Hand dessen, dem wir unsere Ängste anvertrauen können. Es segne und behüte euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist! Amen.

Bleibt von Gott behütet!
Herzliche Grüße, Euer Obmann Uwe