Andacht 2021-10-31 Reformation

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Obmann Uwe Träger

Begrüßung: Ich grüße euch sehr herzlich zu dieser Hausandacht für den Reformationstag am 31. Oktober 2021. Wir lesen diese mit dem Vertrauen, dass Gottes Heil nur in Jesus Christus zu finden ist und daher im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: „Such, wer da will, ein ander Ziel“, Evangelisches Gesangbuch 346, die Strophen 1+3+4
Strophe 1: Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.
Strophe 3: Ach sucht doch den, lasst alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.
Strophe 4: Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben.

Psalm 46 nach der Lutherbibel von 2017: Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Kommt her und schauet die Werke des Herrn, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will mich erheben unter den Völkern, ich will mich erheben auf Erden. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.

Gedanken zum Reformationstag: Im Gottesdienst spiele ich Martin Luther. Die Konfirmanden stellen mir Fragen, die ich beantworte.

Frage: Wann und wo sind Sie geboren? Wo sind Sie zur Schule gegangen? Ich bin am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Das ist ein kleiner Ort in Ostdeutschland. Dort ging ich zur Schule und später zum Gymnasium in Magdeburg und Eisenach.

Frage: Welche Ausbildung haben Sie nach der Schule gemacht? Zunächst studierte ich Jus, weil mein Vater das wollte. Ich kam in ein schweres Gewitter. Ich hatte große Angst und gelobte der Heiligen Anna, der Schutzpatronin der Bergleute, Mönch zu werden. Ich war ja römisch-katholisch. Ich ging ins Kloster und wurde 1507 zum Priester geweiht. Mein Vater tobte.

Frage: Haben Sie auch Theologie studiert? Ja, ich studierte in Erfurt und in Wittenberg Theologie. Ich wurde 1512 Doktor der Theologie und lehrte dann an der Universität Wittenberg. Ich hielt einige Vorlesungen über die Psalmen, die mich immer fasziniert haben. Ich merkte immer mehr, wie wichtig die Bibel als Wort Gottes für einen Christen ist.   

Frage: Was haben Sie an die Tür der Kirche in Wittenberg angeschlagen? Ich habe mich sehr über den Ablass aufgeregt. Die Leute kauften für viel Geld einen Ablassbrief und meinten dann, dadurch ganz sicher in den Himmel zu kommen. Tatsächlich wurden mit dem Geld auch Schulden der Kirche bezahlt. Daher schlug ich am 31. Oktober 1517, am Abend vor dem wichtigen Fest Allerheiligen, 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Aber was ich damit ausgelöst hatte, konnte ich nicht ahnen.

Frage: Wie heißt die erste These? „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße, hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“ Das heißt: Jeder Christ sollte täglich prüfen, ob sein Leben dem Willen Gottes entspricht.

Frage: Warum haben Sie oft Angst vor Gott gehabt? Ich wollte so leben, dass es Gott gefällt. Aber ich wusste nicht, wie man das macht. Durch die Bibel wurde mir klar: Ich brauche gar keine besonderen Dinge und Werke tun, damit Gott mich liebt. Ich brauche nur ganz fest an ihn zu glauben. Die guten Werke kommen dann automatisch dazu.

Frage: Ihr Leben wurde immer gefährlicher. 1521 mussten Sie in der Stadt Worms vor dem Kaiser reden. Was wollte er von Ihnen? Ich sollte sagen, dass alles falsch war, was ich über Gott und Jesus, Kirche und Bibel gesagt, geschrieben und gelehrt habe. Ich habe das aber nicht getan. Ich habe mit Gott gerungen. Er hat mir die Kraft gegeben. Ich sagte dann: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Amen.“ Ich wurde dann für vogelfrei erklärt. Jeder konnte mich töten.

Frage: Sie haben Glück gehabt. Was war geschehen? Gott war wohl an meiner Seite. Ich war auf dem Weg zurück nach Wittenberg. Unterwegs hörte ich Reiter. Ich hatte Angst. Die packten mich und brachten mich in eine große Festung. Ich hatte einen sehr mächtigen Freund. Es war Kurfürst Friedrich der Weise. Er entführte mich in seine Wartburg. Dort war ich zwar in Sicherheit, aber auch isoliert. Ich hatte viel Zeit und begann die Bibel ins Deutsche zu übersetzten. Ich wollte nämlich, dass alle das Wort Gottes lesen können.

Frage: 1525 war für Sie ein besonderes Jahr. Warum? Ich habe 1525 Katharina von Bora geheiratet. Sie war eine ehemalige Nonne. Wir hatten sechs Kinder. Ohne meine Katharina konnte ich die vielen Aufgaben nicht schaffen. Wir wohnten in einem ehemaligen Kloster, machten das zu einem Pfarrhaus und hatten viele Gäste.

Frage: Die Gottesdienste wurden in lateinischer Sprache gefeiert. Haben Sie das so gelassen? Nein, ich habe die Gottesdienste in Deutsch gehalten und auch Lieder auf Deutsch gedichtet, zum Beispiel das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Frage: Was haben Sie alles geschrieben? Sehr viel! Ich kann jetzt nicht alles aufzählen. Ich habe in meinen Schriften immer wieder deutlich gemacht, dass die Worte der Bibel immer wichtiger sind als die des Papstes und dass Jesus allein zu verehren ist und nicht die Heiligen. 1529 schrieb ich den kleinen Katechismus, weil ich den Menschen kurz und bündig den christlichen Glauben erklären wollte. 

Frage: Wie würden Sie Ihre Lehre kurz zusammenfassen? Gott liebt diese Welt. Gott liebt dich. Du bist für ihn immer liebenswert, auch wenn du was sagst und tust, was ihm nicht gefällt. Seine Liebe ist unendlich groß. Glauben heißt, sein Geschenk der Liebe einfach annehmen. Wer das tut und fest auf Gott vertraut, braucht vor nichts und niemandem Angst zu haben, denn Gott ist bei uns – heute, morgen und übermorgen.

Lied: „Ein feste Burg ist unser Gott“, Evangelisches Gesangbuch 362, die Strophen 1 bis 4
Strophe 1: Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.
Strophe 2: Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit' für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.
Strophe 3: Und wenn die Welt voll Teufel war und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau‘r er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht': ein Wörtlein kann ihn fällen.
Strophe 4: Das Wort sie sollen lassen stahn und kein‘ Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie haben‘s kein‘ Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben.

Gebet: Guter Gott! Stärke unseren Glauben an Dich und unser Bekenntnis zu Dir! Gib uns Kraft, dass wir voller Vertrauen und ohne Angst zu Dir reden können! Hilf uns, zu unterscheiden, was den Glauben stärkt und was ihn behindert! Im Vertrauen auf Dich bitten wir: für eine gute Zukunft der Kinder und Jugendlichen; für alle, die wegen Krieg und Naturzerstörungen ihre Heimat verlassen müssen; für alle, die wegen ihrer Religion benachteiligt oder verfolgt werden; für alle, die krank sind oder im Sterben liegen; für alle, die einen lieben Menschen verloren haben; für alle, die in unseren evangelischen Pfarrgemeinden und in unserer evangelischen Kirche Verantwortung haben; für alle, die in Politik und Wirtschaft, Schulen und Universitäten, Firmen und Vereinen Leitungsaufgaben haben; für Frieden in der Welt und in unseren Familien und für unsere Verantwortung für Deine  Schöpfung. Amen.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen: Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag an der Hand dessen, der uns sein Heil in Jesu Namen umsonst schenkt. Es segne und behüte euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist! Amen.

Bleibt von Gott behütet!
Herzliche Grüße, Euer Obmann Uwe