Andacht 2020-03-07 Tu das, so wirst du leben

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Obmann Uwe Träger

Begrüßung: Ich grüße euch sehr herzlich zu dieser Hausandacht für Sonntag, den 7. März 2021. Wir lesen diese mit der Erkenntnis, dass die Gottes-, die Nächsten- und die Selbstliebe zusammengehören und daher im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied „Brich mit den Hungrigen dein Brot“, Evangelisches Gesangbuch 420, 1: „Brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus.“  

Lesung aus Lukas 10, 25 – 37 nach der Basisbibel: „Da kam ein Schriftgelehrter und wollte Jesus auf die Probe stellen. Er fragte ihn: Lehrer, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme? Jesus fragte zurück: Was steht im Gesetz? Was liest du da? Der Schriftgelehrte antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken. Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Halte dich daran und du wirst leben. Aber der Schriftgelehrte wollte sich verteidigen. Deshalb sagte er zu Jesus: Wer ist denn mein Mitmensch? Jesus erwiderte: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho. Unterwegs wurde er von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn bis aufs Hemd aus und schlugen ihn zusammen. Dann machten sie sich davon und ließen ihn halb tot liegen. Nun kam zufällig ein Priester denselben Weg herab. Er sah den Verwundeten und ging vorbei. Genauso machte es ein Levit, als er zu der Stelle kam: Er sah den Verwundeten und ging vorbei. Aber dann kam ein Samariter dorthin, der auf der Reise war. Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm. Er ging zu ihm hin, behandelte seine Wunden mit Öl und Wein und verband sie. Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in ein Gasthaus und pflegte ihn. Am nächsten Tag holte er zwei Silberstücke hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Pflege den Verwundeten! Wenn es mehr kostet, werde ich es dir geben, wenn ich wiederkomme. Was meinst du: Wer von den dreien ist dem Mann, der von den Räubern überfallen wurde, als Mitmensch begegnet? Der Schriftgelehrte antwortete: Der Mitleid hatte und sich um ihn gekümmert hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und mach es ebenso.“ Amen.

Gedanken zur Lesung: Die Geschichte vom barmherzigen Samariter ist vielen bekannt. Sie ist anschaulich und lebensnah, denn immer wieder werden Menschen überfallen und verletzt. In Kinderbibeln sieht man meist Bilder mit dem Reisenden, der den Verletzten findet und seine Wunden verbindet. Im Zentrum des Bildes „Der barmherzige Samariter“ des niederländischen Malers Rembrandt (1606 bis 1669) steht aber ein anderer wesentlicher Teil der Geschichte im Zentrum, der leicht aus dem Blick gerät. Ein Mann hebt den halbnackten und schwer Verwundeten vom Pferd. Im Hintergrund gibt der Samariter dem Wirt Geld für Kost, Logis und Pflege des Mannes, der überfallen und ausgeraubt wurde.     

 
Rembrandts Bild
Quelle: www.de.m.wikipedia.org

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist die Frage des Gesetzeslehrers nach dem Weg zum ewigen Leben. Jesus antwortet mit dem höchsten Gebot der Gottes- und der Nächstenliebe. Auf die zweite Frage des Gesetzeslehrers, wer denn sein Nächster sei, erzählt Jesus von dem Samariter, der dem Überfallenen prompt hilft, nachdem zwei Geistliche diesen einfach liegen gelassen haben. Der Samariter hilft und fragt nicht nach dessen Besitz, Beruf, Herkunft, Religion oder Bildung. In seiner Person spiegelt sich die Barmherzigkeit, die allein auf die Not eines Menschen sieht. In ihr zeigt sich ein deutliches Nein gegen jeden Versuch, Hilfe und Unterstützung nur Menschen zu geben, die zur eigenen Gemeinschaft und Religion gehören. Diese Nächstenliebe des Fremden ohne Bedingung wird von Jesus durch die Selbstliebe erweitert: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Selbstliebe ist nicht zu verwechseln mit egoistischer Selbstsucht. Selbstliebe ist Ausdruck dessen, dass ich für Gott wertvoll und kostbar bin und dass ich von Gott geliebt bin, so wie ich bin, und zwar vor allem Sein und Tun. Und sie mündet in die Weitergabe dieser Liebe an die Menschen, die in Not sind und Hilfe brauchen. Die Selbstliebe übersieht nicht die Grenzen unserer Möglichkeiten. Der barmherzige Samariter leistet erste Hilfe, übergibt den Verletzten in die Obhut eines Wirtes, zieht dann weiter und kündigt an, wiederzukommen. Der Nächste bleibt also in seinem Blick, er gibt aber nicht sein Leben für ihn auf. Die Gottes-, die Nächsten- und die Selbstliebe gehören zusammen. Wer diese Zusammengehörigkeit in seinem Leben verwirklichen kann, bekommt die Verheißung Jesu zugesprochen: „Tu das, so wirst du leben!“ Amen.       

Lied „Liebe ist nicht nur ein Wort“, Strophe1: „Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe, das sind Worte und Taten. Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren, als Zeichen der Liebe für diese Welt.“

Gebet: Mit dir, Gott, will ich den Tag beginnen und abschließen. Ich freue mich auf diesen Tag und will mich überraschen lassen. Lass mir gelingen, was ich vorhabe! Richte meine Sinne nach deinem Willen aus! Hilf mir, in jedem Menschen, dem ich begegnen werde, den Nächsten zu sehen, den du liebst! Lass mich in deiner Liebe bleiben, gib mit Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit, Kraft und Geduld dazu!  Begleite und beschütze mich und meine Lieben! Amen.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Segen: Ich wünsche euch und Ihnen einen wundervollen und gesegneten Sonntag an der Hand dessen, für den jeder Mensch wertvoll und kostbar ist! Es segne und behüte euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist! Amen.

Bleibt von Gott behütet!

Herzliche Grüße, Euer Obmann Uwe