Morgengebet

on . Posted in Ausgewählte Texte

Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen
hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;
ich kann es nicht allein
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld
ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den rechten Weg für mich.
Vater im Himmel,
Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht
Lob und Dank sei dir für den neuen Tag
Lob und Dank sei dir für alle Deine Güte und Treue
in meinem vergangenen Leben.

Du hast mir viel Gutes erwiesen,
laß mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann.
Du läßt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.
Herr Jesus Christus,
du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich.
Du kennst alle Not der Menschen,
du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht
du vergißt mich nicht und suchst mich,
du willst, daß ich dich erkenne und mich zu dir kehre
Herr, ich höre Deinen Ruf und folge.
Hilf mir!
Heiliger Geist,
gib mir den Glauben,
der mich vor 
Verzweiflung und Laster rettet
Gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen,
die allen Haß und alle Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung,
die mich befreit von 
Furcht und Verzagtheit.
Lehre mich Jesus Christus erkennen und seinen Willen tun.
Dreieiniger Gott,
mein Schöpfer und mein Heiland,
dir gehört dieser Tag. Meine Zeit steht in deinen Händen.

Heiliger, barmherziger Gott
mein Schöpfer und mein Heiland
mein Richter und mein Erretter,
du kennst mich und alle meine Wege und Tun.
Du haßt und strafst das Böse in dieser und in jener Welt
ohne Ansehen der Person,

du vergibst Sünden,
dem 
der dich aufrichtig darum bittet
und du liebst das Gute und lohnst es
auf dieser 
Erde mit getrostem Gewissen
und in der künftigen Welt mit der Krone der Gerechtigkeit.
Vor dir denke ich an all die Meinen,
an die Mitgefangenen und an alle
die 
in diesem Hause ihren schweren Dienst tun.
Herr erbarme dich
Schenk mir die Freiheit wieder
und laß mich derzeit so leben,
wie ich es vor dir und vor den Menschen verantworten kann.
Herr, was dieser Tag auch bringt – dein Name sei gelobt.

Quelle: DBW 8, S. 204 – 206