Rundbrief 2017-10 In memoriam Thomas Reiter

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HAPAX und ein herzliches Hallo zum Rundbrief Oktober 2017!

Am 5. September 2017 ist unser Vereinsmitglied Thomas Reiter viel zu früh verstorben. Das war und ist für uns traurig, unfassbar und unbegreiflich. Die Abendandacht war am Freitag, 15. September 2017 in der ev. Kirche Waiern in Feldkirchen. Dort war auch der Trauergottesdienst am Samstag, 16. September 2017. Das Grab von Thomas ist auf dem ev. Friedhof Waiern in Feldkirchen.

In Erinnerung an Thomas habe ich Texte zum Nachlesen und Nachdenken zusammengestellt - Gebetstexte für Thomas, die Vereinsmitglieder am Donnerstag, 17. August 2017 in der ev. Kirche Wiedweg gehalten haben und einen Text von Bonhoeffer, den ich in der Abendandacht verlesen habe.

Gebet für Thomas Reiter am Donnerstag, 17. August 2017 um 18.00 Uhr in der Wiedweger Kirche

  • Begrüßung
  • Von guten Mächten 1+2
  • Betrachtung eines Bildes zu Psalm 23
  • Von guten Mächten 3
  • Gebet
  • Von guten Mächten 4
  • Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer
  • Gedanken zu diesem Glaubensbekenntnis
  • Von guten Mächten 5
  • Kerzen für Thomas am Altar anzünden
  • Abendgebet von Bonhoeffer
  • Vater Unser
  • Segen
  • Von guten Mächten 6

 

Gebet eines Vereinsmitgliedes

„Herr, du sagst, wer suchet, der findet, wer anklopft, dem wird aufgetan, wer bittet, dem wird gegeben.

Herr, auch wenn wir oft straucheln, sind wir voll Hoffnung, doch den rechten Weg zu finden, sind voll Hoffnung, dass du uns jene Pforte der Liebe öffnest, durch die wir unsere Bitte vor dich bringen dürfen.

Herr, voll Hoffnung legen wir in deine Arme, was uns sorgt und bitten von ganzem Herzen, gib unserem Freund Thomas jene Kraft, die er braucht, um seine Krankheit mit deiner großen Hilfe zu überwinden. Amen.“

 

Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen,die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlageso viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus,damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“

 

Abendgebet von Dietrich Bonhoeffer

„Herr, mein Gott, ich danke Dir, dass Du diesen Tag zu Ende gebracht hast. Ich danke Dir, dass Du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt. Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht des Tages und hilf, dass ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben. Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle Dir die Meinen, ich befehle Dir dieses Haus, ich befehle Dir meinen Leib und meine Seele. Gott, Dein heiliger Name sei gelobt.“

Segen von Hans Dieter Hüsch, in: Seine grenzenlose Güte. Das kleine Buch zum Segen.

„Gott der Herr möge unser Glück und unser Leid, unsere Trauer und unsere Freude mit seiner grenzenlosen Güte begleiten, uns im Frieden anfertigen, machen und halten, immer noch mehr bestärken, uns ein großes Gefühl dafür geben, dass einer des anderen Last mittrage, und nachsichtig möge er mit uns sein. Wenn alles nicht von heute auf morgen geschehen kann. Wir sind seine Kinder von ganzem Herzen, aber oft noch vom halben Verstand. Herr gehe nicht von uns, wenn wir nach Hause gehen.“

 

Brief von Dietrich Bonhoeffer an Renate und Eberhard Bethge (Heilig Abend 1943), den Uwe in der Abendandacht verlesen hat.

„Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt, und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Ferner: je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. Man muss sich hüten, in den Erinnerungen zu wühlen, sich ihnen auszuliefern, wie man auch ein kostbares Geschenk nicht immerfort betrachtet, sondern nur zu besonderen Stunden und es sonst nur wie einen verborgenen Schatz, dessen man sich gewiss ist, besitzt; dann geht eine dauernde Freude und Kraft von dem Vergangenen aus.… Vom ersten Aufwachen bis zum Einschlafen müssen wir den anderen Menschen ganz und gar Gott befehlen und ihm überlassen, und aus unseren Sorgen um den Andren Gebete für ihn werden lassen.“ (Quelle: Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 255 f)

 

Lesen wir bis zum Rundbrief November 2017:

Psalmen 80 - 82; Matthäus-Evangelium Kapitel 12, die Verse 1 – 8

Beste Grüße, Euer Obmann Uwe