Warum schon wieder ein Zitat des Monats zum Thema Frieden?

von G. John, Vereinsmitglied

„Es gibt doch nun einmal Dinge, für die es sich lohnt, kompromisslos einzustehen.
Und mir scheint, der Friede und die soziale Gerechtigkeit,
oder eigentlich Christus, sei so etwas."

DBW 13, S. 272

In diesem Zitat Bonhoeffers sehe ich zwei Aktualitäten.

Zum einen natürlich den Wunsch nach Frieden, bei uns aktuell in der Ukraine. Zum anderen den Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit in unserem Lande. Dieser Wunsch ist eine schwere Bürde. Ein Zuviel verleitet Menschen zur „sozialen Hängematte“, ein Zuwenig stürzt einkommensschwache Bürger in Existenznot. Der Energiebonusgutschein per Stromzähler ist ein Schaß, wie man hierzulande sagt. Gerade sozialschwächere wohnen in privaten Wohnungen, wo der Stromzähler gerne mal für mehrere Parteien da ist und lediglich intern geteilt wird. Diese Gruppe wird komplett von den Vergünstigungen ausgeschlossen. Soziale Gerechtigkeit wird in unseren Tagen immer schwerer, doch befinden wir uns zugegebenermaßen im weltweiten Vergleich auf einem sehr hohen sozialen Niveau. Hierzulande braucht sich niemand um eine ärztliche Versorgung Sorgen zu machen. Hierzulande wird jeder, der bereit ist zu arbeiten, unterstützt, dass er Geld zum Wohnen und Leben hat. Ja, das sind keine Reichtümer, jeder Cent muss gut bedacht sein, doch die Grundversorgung ist für jeden gewährleistet - übrigens im Gegensatz zu unserem Nachbarland Deutschland. Dort ist eine Gewährleistung auf Grundversorgung viel schwieriger. Es gibt in Deutschland z.B. hunderttausende krankenunversicherte Personen, die auf Hilfe von Organisationen wie z.B. „Ärzte für die Welt“ angewiesen sind, denn sonst würden sie - gelinde gesagt - „auf der Straße verrecken“. Ebenso wichtig in Deutschland sind die „Suppenküchen“, damit überhaupt eine Mahlzeit eingenommen werden kann. Wir in Österreich befinden uns mit der Unterstützung der Sozialkaufhäuser und ähnlicher sozialer Einrichtungen, wie z.B. „Kärntner in Not“ in einer beispielgebenden Versorgungssituation in Europa.

Uns geht es gut, selbst in den untersten Einkommensebenen.
Warum ich mir darüber ein Urteil erlauben darf? Ich gehöre seit einem Burn-Out und zweijährigem Verdienstausfall selbst zu den Nutznießern unseres Systems! Ich habe heute nur noch einen minimalen Geldbetrag zur Verfügung, da ich auch für Alimente meiner Kinder aufzukommen habe. Doch ich richte mich ein und freue mich, wenn ein paar Euro extra auf Grund staatlicher Förderung hinzukommen - Wohnbeihilfe z.B. oder auch die aktuellen Einmalförderungen zum Auffang der Preissteigerungen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, sorry, aber das ist für viele Menschen dieser Erde Luxus!

Bonhoeffer gibt mir mit den Worten „Friede und die soziale Gerechtigkeit,
oder eigentlich Christus, sei so etwas (wofür es sich „kompromisslos“ zu kämpfen lohnt) ein Beispiel, dem ich als Christ folgen möchte, denn es gibt viele Menschen, die weniger haben als ich.