Kriegsgewinnler und Doppelmoral

von G. John, Vereinsmitglied

Der Krieg in der Ukraine wird für die explodierenden Preise für Heizöl, Gas und Benzin verantwortlich gemacht.
Doch – Moment mal – der Ölpreis ist international pro Barrel gerade leicht gesunken…

Dieser „unerklärliche“ Preisanstieg beschäftigt nun die österreichische Aufsichtsbehörde und auch europaweit wird gegen die Mineralöl-(-Monopolisten) ermittelt.
Die gewissenlose Gewinnsucht einiger Mineralölkonzerne führt zu einer explodierenden, rein spekulativer, Verteuerung von allem, was transportiert werden muss. Holz, Lebensmittel, Taxi, Heizöl, Gas sind teurer geworden – und unser täglicher Weg zur Arbeit.
Was tatsächlich durch den Krieg preissteigernd betroffen ist, sind Weizen, Roggen, Gerste und sonstiges Getreide, da die Ukraine die Kornkammer Europas ist. Damit sind unglaublich viele Lebensmittel (auch Bier) betroffen.

Doppelmoralisch ist auch das Verhalten Europas gegen den russischen Militäreinsatz.
Einerseits schreien alle Protest und es werden Handelssanktionen bisher nicht gekannten Ausmaßes durchgeführt, anderseits werden Gas- und Öllieferungen Russlands gerne weiter in Anspruch genommen. Selbst bei einem sofortigen Stop würden unsere Rohstoffreserven bis Herbst reichen - und bis dahin sollten sich wohl neue Lieferbeziehungen aufgetan haben.
Doch wir pumpen weiter aus der EU Milliarden nach Russland und finanzieren so den Krieg in der Ukraine mit. 
Für unseren Eigennutz machen wir uns mit schuldig.

„Lieber Putin. Sei bitte nicht böse wegen des immer stringenteren Handelsembargos und dass wir Waffen an die Ukraine liefern, um dich zu bekämpfen. Doch das sollte einer weiteren Lieferung von Öl und Gas an uns nicht im Wege stehen – zumindest nicht so lange, bis wir dafür gesorgt haben, anderweitig versorgt zu werden. Also bitte: die Geschäftsbeziehungen zu unseren Gunsten sollten unter diesem Krieg, Entschuldigung, militärischen Einsatz, nicht leiden.
Lieben Gruß, dein Europa.“

 

- Dona nobis pacem - Gib uns Frieden!

Auszugsweise veröffentlicht in Kleine Zeitung vom 27.03.2022