Die neuen Covid-Schutzmaßnahmen hinterfragt

Von G. John, Vereinsmitglied

Bitte nicht missverstehen - ich bin FÜR die Impfung und der Meinung, man solle jede Möglichkeit der Eindämmung der Covid-Pandemie nutzen! Doch frage ich mich nach dem Nutzen einiger neuen Verordnungen.

Nun wird in Geschäften des nichttäglichen Bedarfs doch die Kontrolle 2G gefordert.
Wer nicht nachweislich geimpft oder genesen ist, soll, so die Idee, sogar die Ware nach der Kontrolle an der Kasse zurücklassen müssen. Die Kontrolle wird unter Androhung hoher Geldstrafen dem Einzelhandel auferlegt.
Der einzige Effekt davon wird wohl sein, dass Impfverweigerer in die Hände von Amazon und Co getrieben werden und so die heimische Wirtschaft weiter benachteiligt sein wird.

Wo ist der Unterschied, ob ich nun Wurst, Gemüse und Klopapier oder ein Kleid, eine Jeans oder Handwerkszeug kaufe?
Ich halte Lebensmittelgeschäfte sogar für gefährlicher, da dort die Waren häufiger zurückgelegt werden und die Einkaufswagen dort durch viel mehr Hände gehen, deren Desinfizierung kaum gewährleistet ist. Ich habe es bereits dutzende Male erlebt, dass Desinfektionsmittel und Papier aus waren. Aus Selbstschutz ein Desinfektionsmittel bei mir zu tragen, habe ich mir zwar angewöhnt, bin damit aber sicher in der Minderheit.

Nun kann man Ungeimpfte schlecht von der Grundversorgung ausschließen. Dies würde gegen Recht und Verstand verstoßen.

Was soll als nächstes kommen: 2G-Kontrolle für die Nutzung von Öffis?

Ich halte Impf-Skeptiker auch für wichtig, hinterfragen sie doch Maßnahmen, die uns alle betreffen und regen zum Mitdenken an. Anordnungen, die nicht logisch fundiert sind, schaffen kein Vertrauen in andere Schutzmaßnahmen und spielen populistischen und anarchischen Impfgegnern direkt in die Hände.
Angebracht wäre es, durch nachvollziehbare Anordnungen Vertrauen zu schaffen und somit Impfgegnerextremlern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das Zauberwort ist „nachvollziehbar“ und zwar für Impfkritiker und –befürworter.

Als eine solche Maßnahme erachte ich die Maskenpflicht auch in der Öffentlichkeit, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
Es kann uns für eine gesunde Zukunft nur miteinander – nicht gegeneinander – gelingen, den Kampf gegen das Virus zu meistern.

Auszugsweise veröffentlicht in „Kleine Zeitung“ 13.01.2022 S.22