Andacht 2022-01-02 Gott ist bei uns

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Obmann Uwe Träger

Begrüßung: Ich grüße euch sehr herzlich zur Hausandacht für den ersten Sonntag des neuen Kalenderjahres am 2. Jänner 2022. Wir lesen diese Hausandacht im Namen des Gottes, der auch im neuen Jahr bei uns ist und daher im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: „Vertraut den neuen Wegen“, Evangelisches Gesangbuch 395, die Strophen 1 - 3
Strophe 1: Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

Strophe 2: Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid. Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.
Strophe 3: Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Psalm 121 nach der Basis Bibel: Ich schaue hoch zu den Bergen. Woher kommt Hilfe für mich? Hilfe für mich, die kommt vom Herrn! Er hat Himmel und Erde gemacht. Er lässt deinen Fuß nicht straucheln. Der über dich wacht, schläft nicht. Sieh doch: Der über Israel wacht, der schläft und schlummert nicht. Der Herr wacht über dich. Der Herr ist dein Schutz, er spendet Schatten an deiner Seite. Am Tag wird dir die Sonne nicht schaden und der Mond nicht in der Nacht. Der Herr behütet dich vor allem Bösen. Er wacht gewiss über dein Leben. Der Herr behütet dein Gehen und Kommen von heute an bis in alle Zukunft.

Lesung: 2. Buch Mose, Kapitel 13, die Verse 20 – 22 nach der Basis Bibel: So zogen sie aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste. Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht. Amen.

Gedanken zur Lesung: Wieder haben wir ein neues Kalenderjahr vor uns. Wichtige Aufgaben und Angelegenheiten müssen wir für unser eigenes Leben, aber auch national und international bewältigen und lösen. Gott möge uns Kraft und Weisheit geben, dass wir es unter anderem es schaffen, die Coronakrise zu beenden, den Klimawandel zu stoppen und das gute Sozial- und Gesundheitssystem aufrecht zu halten. Die Evangelische Kirche in Österreich hat das Kalenderjahr 2022 zum Jahr der Schöpfung erklärt. Zusammen mit den Pfarrgemeinden will sie wichtige Vorschläge machen, dass Gottes Schöpfung als lebenswerter Wohnort für weitere Generationen bleibt. In unserer Pfarrgemeinde gibt es im Juni ein großes Fest, nämlich das Gustav-Adolf-Fest. Wir sind heuer mit der Ausrichtung dran, denn das letzte war bei uns 1980. Ja, wie die Zeit vergeht! Nach christlicher Zeitrechnung befinden wir uns im Jahr 2022 nach Christus. Das Jahr Null war zur Zeit der Geburt Jesu. Es gibt noch andere Zeitrechnungen. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem Jahr der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Nach christlicher Zeitrechnung war diese im Jahr 622 nach Christus. Die Moslems befinden sich im Jahre 1443 nach der Auswanderung. Die jüdische Zeitrechnung beginnt im Jahr 3761 vor Christus. In diesem Jahr hat Gott nach jüdischem Glauben die Welt erschaffen. Die Juden befinden sich im Jahr 5782 nach der Erschaffung der Welt. Keine Religion oder Weltanschauung hat die richtige Zeitrechnung. Aber wir brauchen ein Zeitstruktur, die uns Sicherheit und Ordnung gibt. Die allerwichtigste Erkenntnis ist aber, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht. Mit diesem Vertrauen stehen wir am Anfang eines neuen und für uns noch unbekannten neuen Jahres. Auch das Volk Israel stand vor einer neuen und noch unbekannten Zeit. Aufgrund einer Hungernot in Israel vor gut 3200 bis 3400 Jahren vor Christus wanderten viele Menschen in das Nachbarland Ägypten aus und fingen dort ein neues Leben an. Auch heute haben wir Hungersnöte, aktuell in den ostafrikanischen Ländern Kenia und Äthiopien, die durch den Klimawandel ausgelöst wurden und verstärkt werden. Die Menschen aus Israel wurden damals in Ägypten geduldet und hatten Arbeit und Brot. Doch die Zeiten für die israelitischen Bürger in Ägypten wurden deutlich schwieriger. Sie wurden Sklaven und mussten die Pyramiden für die ägyptischen Pharaonen bauen. Der Hebräer Mose, der beim Pharao aufwuchs und dadurch große Vorteile hatte, sah die Not seiner Landsleute. Er bekam den Auftrag von Gott, das Volk Israel zu befreien und in das gelobte Land Israel zurückzuführen. Er schöpfte Kraft für diese hohe Aufgabe durch den Segen und die Zusage Gottes: „Ich will mit und bei dir sein!“ Mose war nun mit seinem Volk in einer Wüste an der Grenze zwischen Israel und Ägypten. Das Volk Israel befand sich am Übergang in eine neue Zeit und in ein neues Leben. Und Gott war da. Er war anwesend. Er war gegenwärtig. Er ging seinem Volk voraus. Bei Tag zog er in einer Wolkensäule vor ihnen her, bei Nacht in einer Feuersäule, die ihnen den Weg leuchtete. Dadurch hatten die Menschen in der Wüste die Gewissheit und Sicherheit, durch sichtbare Zeichen Gottes geführt und begleitet zu werden. Dieser ständigen Gegenwart Gottes können auch wir Christinnen und Christen am Anfang des Jahres 2022 gewiss sein. Durch Jesus Christus hat die Gegenwart Gottes in der Wolken- und Feuersäule ein menschliches Gesicht bekommen. Jesus Christus ist die schöne Ikone Gottes. Die Liebe und der Frieden des allmächtigen und ewigen Gottes begegnen uns im Gesicht des Kindes Jesus, auch im Gesicht den gekreuzigten und auferstandenen Christus. Jesus Christus ist die Lebenssäule Gottes, die uns im Leben, im Sterben und über den Tod hinaus begleitet. Wir Christinnen und Christen bilden eine Weggemeinschaft, die in das neue Jahr 2022 schreitet. Dieses liegt noch verhüllt und steht wie ein großer Berg vor uns. Die Wegbegleitung unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus gibt uns Sicherheit und Kraft, auf die Gegenwart Gottes im Hier und Jetzt unseres Lebens zu vertrauen. Dadurch können wir fröhlich und unbekümmert das Lied lesen oder singen: „Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehn an unsers Meisters Hand und unser Herr geht mit.“ Amen.

Lied: „Nun aufwärts froh den Blick gewandt“, Evangelisches Gesangbuch 394, die Strophen 1 - 4:
Strophe 1: Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehn an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit.

Strophe 2: Vergesset, was dahinten liegt und euern Weg beschwert; was ewig euer Herz vergnügt, ist wohl des Opfers wert.
Strophe 3: Und was euch noch gefangen hält, o werft es von euch ab! Begraben sei die ganze Welt für euch in Christi Grab.
Strophe 4: So steigt ihr frei mit ihm hinan zu lichten Himmelshöhn. Er uns vorauf, er bricht uns Bahn - wer will ihm widerstehn?

Fürbitten: Guter Gott! Mit dem Vertrauen, dass Du in Jesus Christus bei uns bist, wollen wir in das neue Jahr gehen. Daher bitten wir Dich für alle, die Angst vor dem neuen Jahr haben; für alle, die um ihre Existenz fürchten; für alle, die unter Hunger, Krieg und Gewalt leiden; für alle, die einen lieben Menschen verloren haben. Tröste sie mit hoffnungsvollen Menschen, die ihnen Mut zusprechen! Wir bitten Dich für Frieden in der Welt und in unseren Familien; für eine gute Zukunft der Kinder und Jugendlichen; für unsere Verantwortung für Deine Schöpfung; für alle, die wegen ihrer Religion und Hautfarbe benachteiligt oder verfolgt werden. Gib allen Menschen Kraft, Geduld und Weisheit, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Naturschutz einsetzen!  Wir bitten Dich für das Personal in Krankenhäusern, Ordinationen und Seniorenheimen, bei den Rettungen und Feuerwehren, bei der Polizei und beim Bundesheer; für alle, die in den christlichen Kirchen und politischen Gemeinden, Tourismusverbänden und Vereinen, Firmen und Schulen Verantwortung haben. Segne sie, dass ihre Worte und Taten mit Liebe zu den Menschen erfüllt sind! Amen.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: „Bewahre uns Gott“, Evangelisches Gesangbuch 171, die Strophen 1 und 4:
Strophe 1: Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen. Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen, sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.

Strophe 4: Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen. Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen, dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

Segen: Ich wünsche Euch und Ihnen einen gesegneten Sonntag an der Hand dessen, der auch im neuen Jahr bei uns ist. Es segne Euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Bleibt von Gott behütet!
Herzliche Grüße, Euer Obmann Uwe