Zum Rundbrief November 2019: Wolfgang Borcherts „Sag NEIN“

von G. John, Vereinsmitglied

Herzlichen Dank, lieber Uwe, dass du uns auf dieses ausdruckvolle Lied von Konstantin Wecker aufmerksam gemacht hast.

Ich kann mir vorstellen, dass Wecker durch den Hamburger Schriftsteller Wolfgang Borchert zu diesem Lied inspiriert wurde. Borchert wurde im 2. Weltkrieg mehrfach wegen Kritik am Hitlerregime und „Wehrkraftzersetzung“ verhaftet und war in einem Strafbataillon an der Ostfront.

Er erlag 1947 mit nur 26 Jahren den Folgen der durchlittenen Kriegszeit. Kurz vor seinem Tod schrieb er das Werk „Dann gibt es nur eins!“. Er verarbeitete hier nochmals die Schrecken des 2. Weltkrieges und forderte dazu auf, sich künftig an solch einem Irrsinn nicht mehr zu beteiligen, sondern sich mit Mitteln des bürgerlichen Ungehorsams, sich zu verweigern.

Auszug aus Wolfgang Borcherts „Dann gibt es nur eins!“
(Auf dem Titel ist ein Link zum vollständigen Prosawerk.)

Informationen zu Borcherts Werk und seine Bedeutung für die Friedensbewegung: https://de.wikipedia.org/wiki/Dann_gibt_es_nur_eins!

…und heute, ein Vierteljahrhundert nach Konstantin Weckers „Sage NEIN“, könnten auch wir es weiterschreiben.

Sagt NEIN – zu der Zerstörung der Umwelt.

Sagt NEIN – zu den neuen Aufrüstungen in Europa und Waffengeklirr.

Sagt NEIN – zu …

Solange wir es wagen, aufzustehen und NEIN zu sagen wie die Aktivisten um Fridays for Future, Extinction Rebellion, den Aktivisten um die Freiheit Hongkongs, NEIN zu Rassismus und Menschenrechtsverletzungen, solange gibt es Hoffnung für unsere Welt!

Einen lieben Gruß

John